Bärg-Abe (Hans Walter Schneller)

Wenn am Obe d’Gletscher lüüchte und wenn’s dunklet a dr Flueh, rüef i mine liebe Chueli, chömmet aui, chömmet aui zue; chömmet aui, chömmet zue.

Jutze tue ni eis vor Fröide do cha ni im Friede si und dr Ätti grad am Mäuche, singt es Liedli obedri, singt es Liedli obedri.

S’Auphorn tönt u d’Glogge lüüte, Bätzyt isch es überau. Mög es Gott im Himmu b’hüete üsi Bärge, s’Heimattau, üsi Bärge, s’Heimattau.


Bärgandacht
(Reto Stadelmann)

Wenn uf z’mou dr Tag wot dunkle u dr Himmu füürig steit, gseht me d’Bärge wie si funkle, d’Sunne langsam ungergeit. D’Sunne langsam ungergeit.

No hesch Zyt dr Obe z’gniesse, lang stoh ni scho ob dr Flueh. So cha mi nüt me verdriesse, lueg i gspannt däm Wunder zue. Lueg i gspannt däm Wunder zue.

Dür mi Chopf geit ei Gedanke, i blieb stoh bis wyt i d’Nacht. Au dass hei mir eim z’verdanke, Herrgott hesch du d’Wäut schön gmacht. Herrgott hesch du d’Wäut schön gmacht.



Bärg-Arve
(Hans Walter Schneller)

Hert dr Stamm mit chrumme Eschte, steit e Arve ob dr Flueh. Wüud u trotzig schiesse d’Bärge hingedra i Himmu ue. Mänge Sturm het dranne grisse, immer isch si bliebe stoh. Het sich fescht am Föuse ghaute, tapfer gwehrt u nie lo goh.

Schnee u Iss, e chaute Riife hei sich schwär uf d’Eschtli gleit. Chrumm u chnorig isch si worde, aber jedi Lascht ertreit. Blitz u Hagu heis verschlage, Wätterluft dr Gibu gschnöut. Si isch starch u stercher worde, aui Zyt sich tapfer gstöut.

So isch s’Vouch i üsem Ländli, wie ne Arve hert u starch. Ruuch u treu, nach usse ruppig, aber gsung im töifschte March. Wenn ou zäch u vouer Egge üsi Schwyzermanne si, so isch s’Vouch u s’Schwyzerländli doch em Herrgott s’liebschte Ching.



Bärgblueme
(Emil Herzog)

I wandere dür’s stüue Aupetal, gseh bunti Bluemefäuder überau. I go em Bächli no uf Bärg u Weid. Die ganzi Gäget steit im Sunnechleid. Wyt obe fasch bi Firneschnee und Isch, glänzt wie ne Stärn mis schöne Eduwyss. Wyt obe fasch bi Firneschnee und Isch, glänzt wie ne Stärn mis schöne Eduwyss.

Im früsche Tou im Morgesunnestrahu, do lüüchte Auperose bis is Tau. Erwache Anemone, Enzian, drnäbe blüeje roti Bärgzyklam. A jedem Soum, a jedem Föuseband, gsehsch Aupeblueme bis zum Gletscherrand. A jedem Soum, a jedem Föuseband, gsehsch Aupeblueme bis zum Gletscherrand.

Do stohni jetze i dr Bluemepracht, vom Aupeglüeje geit’s langsam zur Nacht. Wyt ab vom Lärm i stüui Einsamkeit het d’Sunn uf d’Bärge töife Friede gleit. Vo wyter Ferni ghörsch no Auphorntön. Wie isch doch üsers Schwyzerland so schön. Vo wyter Ferni ghörsch no Auphorntön. Wie isch doch üsers Schwyzerland so schön.



Bärgbueb’s Wunsch
(R. Fellmann)

O Früehlig chum baud, mit Schiff u mit Gschirr. Hesch bodes haubs Hoffe es bitzeli troffe. Chum ufe, chum ufe, chum ufe zu mir.

O Früehlig chum baud, u heil mir e Schmärz. Ha äbe vom trachte u heimlech verachte. Es Rissli, es Rissli, es Rissli im Härz.

Und hesch über s’Land di Rychtum versähit. So schick mir i s’Hüüsli es härzigs liebs Gspüsli, wo s’Rissli, wo s’Rissli, wo s’Rissli vernähit.



Bärgchilbi-Jutz
(Adolf Stähli)          

D

Bärg-Erinnerige (Ernst Sommer)

Wenn am Sunndig vo de Bärge, es Auphorn tönt dürab i s’Tau. Tüecht es eim, uf Gottes Ärde sig Glück u Friede überau. Mir wandre über Weid u Stäg es grüesst us mängem Huus am Wäg e freie frohe Schwyzer, e freie Schwyerma.

Üsi Bärge si vo Wunder, muesch nume d’Ouge offe ha. Aue herrschelige Plunder schynt chli u nütig näbe dra. Mir jutze eis dr Höchi zue, dört finge mir no Glück u Rueh aus freii frohi Schwyzer, aus freii Schwyzerlüt.

Me chas mängisch chum ermässe, was d’Bärge üs bedüte chöi u wei s’Danke nid vergässe, dass mir e schöni Heimat hei. Es wohlet eim im Härze inn u mängem chunnts erscht hie i Sinn: Mir si haut freii Schwyzer, mir si haut Schwyzerlüt.

Bärgfahrt (Emil Herzog)

Hose Lobe chömet zueche, nid so übermüetig do. Hüt wird gfahre, hüt geits ueche, d’Chüejerzyt isch ume do. Löt die grosse Treichle brumme, legit hantli d’Glogge a, löt se Glänze i dr Sunne, hüt wei mir e Feschttag ha.

Lue wie fröhlech d’Chueli springe, s’Zügle lyt ne haut im Bluet. Erscht jetz mani wieder singe, s’isch mir bsungers fröhlech z’Muet. Ou der Waage hei mir glade, Gschirr u Wösch si rächt binang. Dr Ätti chlepft scho abem Waage, schüttlet Müetti s’letscht Mou d’Hang.

B’hüet di Gott u häb nid Chummer, ufem Bärg bi ni im Chlee. Chasch de luege z’letscht im Summer, wie ni ume chäch usgseh. Langsam lot är s’Rössli trabe, luegt no einisch zrügg zum Huus. S’Müetti hingrem Fänschterlade rüeft is noh dür s’Wägli us.

B’hüet öich Gott, heit Glück u Friede, gäht uf Veh u Mönsche acht, bäte wei mir gäng hie niede, dass dr Herrgott öich bewacht.



Bärgfrüehlig
(Robert Fellmann)

Dr Früehlig stygt uf d’Bärge juhee, rumoret i de Flüehne. Macht Aaber bis zum Firneschnee. Lot Weid u Trift ergrüene. Lot Weid u Trift ergrüene. Är schäut de Tanne d’Chnoschpe us, trybt Ahorn, Lärch u Bueche. Was läbt im dunkle Bodehuus schickt är go d’Heitri sueche.

Dr Früehlig stygt uf d’Bärge juhee, macht troch um Spier u Hütte. Macht s’Wasser klar i Brunn u See, tuet s’wäge no erstrütte. Tuet s’wäge no erstrütte. U geit de mit sim warme Huuch, vo einer Aup zur andre. Tuet aune Blueme d’Öigli uf, lot d’Tierli aui wandre.

De Früehlig isch im Bärg juhee, me merkt’s im Vouch, im Bode. Dr schüüchisch Äupler lot sich gseh, dr süümisch tuet sich rode. De süümisch tuet sich rode. Im Sennegschirr wird Umschou gha, me rüschtet vouer Fröide, de d’Ross mit auem Drumm u Dra, zur Fahrt uf d’Aupeweide.



Bärgluft
 (Jean Clémençon)

Us de Tobu, us de Chräche stosst dr Föhn dür d’Bärge us. D’Loui tose, d’Tanne bräche, Schingle risst’s vom aute Huus. Ds Hüttli stöhnt bi au däm Gschätter, d’Bauke si haut afe aut, u hei doch bi jedem Wätter widerstange jeder Gwaut.

Lue di auti Wättertanne, wo dert obem Gatter steit, streckt dr Touder wie ne Fahne über s’Hüttli gäg dr Weid. D’Würze stecke fescht im Bode, wüu dä Föusblock obedruf sich keis bitzli tuet verrode, fescht steit d’Tanne gäge Luft.

Jo, dr Bärgluft isch e ruuche, leit sich keiner Zügu a, was är furt treit muesch nüm sueche, aus tuet är zu Fätze schlo. Und doch chunnt mit jedem Tose ou es bitzli Früehlig mit, gli scho chasch de Glogge lose u de chunnt die schöni Zyt.



Bärgmorge
 (Paul Müller-Egger)

Senne stöht uf! Stöht uf! D’Stärne verlösche d’Nacht isch verbi. S’Früehliecht luegt üs zum Fänschter i. Heilige Friede lyt wyt u breit über de Firne und über dr Weid.

Senne stöht uf! Stöht uf! D’Schatte versinke i Waud und Schlund. Sieghaft schrittet zur Morgestung über die ewige Firne i. Jungfrüsch dr Tag u d’Nacht isch verbi.

Senne stöht uf! Stöht uf! Bärgfrüsche Morge, glückhafti Rueh. Heimat, Heimat wie schön bisch du! Dir si mir eige i Fröid u Leid. Heimat, Gott b’hüet di i Ewigkeit.



Bärgröseli
(Hans Walter Schneller)

Bärgröseli, Bärgröseli. Du luegisch zu dim Gsichtli us, wie d’Fänschter zu me Buurehuus. S’wird eim so wohu und liecht derbi, so isch es mir deheime gsi. Bärgröseli.

Bärgröseli, Bärgröseli. Me ghört drususe Heimatgsang u Bättzytglüt u Auphornklang. Es zieht eim wie ne Muetterhang nomou dürhei is Jugendland. Bärgröseli.

Bärgröseli, Bärgröseli. B’haut über Stadt u Frömdi us rächt lieb dis Tau u Vaterhuus. Hüuft eim dür mängi bangi Stung, wo do und dört im Läbe chunnt. Bärgröseli.



Bärgsundig
(Robert Fellman)

Zündt am Morge s’erschte Früehliecht ab de Firne über s’Land. Zieh scho Senne über d’Weide chlädre a dr abre Wand. U vom Tau här chömes z’Schaare, chömes z’loufe, chömes z’fahre. S’isch Bärgsundig gsi, aues isch gärn derbi.

Abem Chüuchli lütets s’Zeiche, zume aute Äuplerbruuch. Frommi Regig geit dür d’Bäter, s’isch aus träff se Herrgottshuuch. Nach dr Predig geits a s’Feschte, furt isch d’Müedi jede Bräschte. Und jung wird wär aut und s’erwarmet wär chaut.

Aui Äuplerspüu u Wyse, wärde bote bis i d’Nacht. Erscht bim Mondschyn ändet s’Träffe, wird das letschte Tänzli gmacht. Und bim Heigoh gits Verspräche, mögs de biege oder bräche, s’nöchscht Johr wieder z’goh, Meitschi, Buebe, Frou u Maa.



Bärgvolch
(Robert Fellman)

Es Bärgvouch das simer vou Läbe u Luscht. Üs lyt d’Heimatliebi gar töif i dr Bruscht. Wyt unge im Flachland do chäm üs Längizyt. Üs gfauts nur, wo d’Heimat am Wüudwasser lyt.

Es Bärgvouch das simer bim Schaffe nie zag. Gar ruuch pakt üs s’Läbe vou Gfahr aui Tag. Aus Füehrer und Strahler im Houzschlag aus Senn, umluuret üs s’Stärbe mir froge nid wenn.

Es Bärgvouch das simer weis blybe dür d’Johr. Im Leid und i Fröide i Sturm und i Gfahr. Si Jäger, si Schütze und fürchte kei Macht, mir haute am Friede, ihr Finde gäht acht.



Bärnerart
(Paul Müller-Egger)

Mi redt üs Bärner öppe no, mir sige ruuchi Lüt. Muesch haut dr Herr deheime lo, mit Treu u Gloube zuenis cho. De tüe dir d’Bärnermutze nüt, de tüe dir d’Mutze nüt. U wenn si ou chli tappig si, mi fröits dass i e Bärner bi.

E rächte Ma het d’Heimat gärn u s’Vouk us jedem Stand. Drum isch mir lieb mis aute Bärn, hür gwüss nid minger weder färn u s’ganze schöne Bärnerland, u s’ganze Bärnerland. Drum bini ou, es bliebt derbi, so stout dass i e Bärner bi.

E brave Kärli isch dr Mutz, guetmüetig, lieb u treu. Doch plog ne nid! Erwacht si Trutz, de seit är d’Meinig churz u mutz u jagt di öppe gleitig hei u jagt di gleitig hei. E rächte Mutz, dä hüchlet nie, drum fröits mi dass i Bärner bi.



Bauernlied
(Oskar Friedrich Schmalz)

Ihr Herren seit ein via wenig still und höret was ich sagen will. Denn welcher Stand ist auf der Welt nicht sein Lob und Preis gefällt. Man kann sich’s gar nicht bilden ein, dass es ein Bauer sollt gewesen sein.

Der Bauer ist der aller erste Mann, der uns den Hunger stillen kann. Wenn auf der Welt kein Bauer wär, so wär das Leben gar so schwär. Er schafft uns Fleisch und Brot zur Hand. Viva es lebe der Bauernstand.

Der Bauer macht sich ganz und gar nichts draus. Er trinket drei, vier Schoppen aus. Bei Brot und Käse, Fleisch und Wein da lässt er sich’s gemütlich sein. Dann kehrt er heim zu seinem  Weib, macht ihr die bi a beste Zeitvertreib.

Den Räten ihre aller grösste Freud, Soldaten sind’s und Bauersleut. Der Soldat streit für’s Vaterland, der Bauer schafft ihm Brot zur Hand. Drum danket Gott für seine Gnad, dass er den Bauer erschaffen hat.



B’hüet üs Gott dr Chüejerschtand
 (Jean Clémençon)

Früeh am Morge uf de Bärge, schöner chas wohu niene si. Tüe mer Jodle, Jutze, Singe, scho bim erschte Sunneschyn. Tüe mer Jodle, Jutze, Singe, scho bim erschte Sunneschyn.

G’hörsch Du s’Alphorn vo de Flüehne, wundersami Melodie. Treichle klinge, Glogge lüte heimelig dür d’Weide i. Treichle klinge, Glogge lüte heimelig dür d’Weide i.

Zieht dr Bisluft uf de Bärge, isch es ume, s’chunnt die Zyt, wo mi schöni, liebi Heimat töif im Schnee begrabe lyt. Wo mi schöni, liebi Heimat töif im Schnee begrabe lyt.

B’hüet üs Gott dr Chüejerschtand.



Bim Vernachte
(Emil Herzog)

Ufem Bänkli vor dr Hütte, sitzt dr Senn im Obeschyn. Lost uf s’Herdegloggelüte, luegt wyt über d’Weide i. Stüu si d’Bärge rings ir Wyti, dunkler wird’s i Tau u Grund. Wie ne schöni Süuberchötti glänze d’Fluehbäch i dr Rund.

Dunku tönt das Wasserrusche, fasch wie ferni Orgutön. Wehmuet grifft a s’Härz bim lusche, Aupewäut wie bisch du schön. Grot u Firn u Gletschertrinke, müude Mond u Stärneglanz, und si lüüchte und si blinke wiene wyte Süuberchranz.

Lys, wie fern us Äterlüfte tönt e wunderbare Gsang. Es verklingt i Föus u Klüfte, schön u rein dr Auphornklang. Froh leit jetz dr Senn sich nieder bis zum nächste Morgerot. De beginnt si Arbeit wieder, bis dahin, es walte Gott.



Blueme
(Polo Hofer)

Meg seht vüu truurigs we me dür’s Läbe geit. D’Lüt ploge enang u si wärche sich z’leid. We me de im Sarg lyt am Läbesänd, drücke si eim no schäu Blueme i d’Häng.

Es git mänge dä het nüt z’Lache do. Und es git vili, die chöi das nid verstoh. De isch es guet, we me drüber nochedänkt u merkt dass me Blueme de Läbige schänkt.

Drum bring mir Blueme solang i Fröid cha ha und nid erscht denn, wenn i muess z’Bode go. U het’s im Läbe haut nid söue si, bruuchi ou kei Blueme, wenn i gstorbe bi.

Es bruuchti hie und do es fründlechs Wort. Scho nume es Lächle, das hüuft sofort. U wenn mir einisch Blueme gisch, lue dass nid erscht ufem Friedhof isch.

Für’s guudige Chaub, für die heiligi Chue macht mänge aues und het doch nie gnue. Er macht derbi de angere s’Läbe schwär u chunnt we’s spät isch no mit Blueme derhär.



Bütschelegg-Jodel
(J. Th. Hübscher)

Letzte Änderung: 11. April, 2018